Wüstungen

 

Wüstungen sind kleinere und größere Ansiedlungen oder Dörfer des Mittelalters in der Größe von 6 bis 10 Höfen, die aus verschiedenen Gründen während des Mittelalters oder der Neuzeit verlassen wurden.

 

 

Wüstung Stacken

Ein bereits 1265 verlassener und aufgegebener Ort, der in der Gründungsurkunde sowie in den Auseinandersetzungen mit Simon von Blankenwald noch wiederholt erwähnt wird. Der Ort lag an der Stelle wo das heutige Hospital liegt. Ob der Untergang des Ortes mit dem wilden Treiben der Ritter, die in unmittelbarer Nähe Ihr Unwesen trieben, zu tun hat ist fraglich, jedoch eine Vermutung.  Die Entstehung des Ortes erfolgte wohl schon im 9. oder 10. Jahrhundert.

 

 

 

 

Wüstung Hamundis

 

Mit Unrecht hat man dieses Dorf im östlich von Zahmen gelegenen Waldbezirk der heute Hohe Balz heißt, versucht zu finden. Das Dorf begegnet als “Hadamundes“ erstmals in einer Grenzbeschreibung des Kirchspiels Salzschlirf vom Jahre 885.  Vermutet wird das dieses Dorf/Siedlung in Nähe der Homelswiese stand. Die Homelswiese ist nur ein paar hundert Meter von der Stelle entfernt wo die Schwarza und die Lüder zusammenmünden.

 

 

 

 

Wüstung Liebels

 

Etwa 2 km nordöstlich von Zahmen in der Gemarkung Blankenau, sind 1968 bei Erdarbeiten  der Teichanlagen Kropp, Tonscherben aus dem 13./14. Jh. gefunden worden, die auf den im Jahr 1377 erstmalig erwähnten Ort Lyboldes hinweisen. 1455 wurde der Ort als Nybolcz in einer Kaufurkunde erwähnt. Am 01.04.1455 kaufte das Kloster Blankenau von Frycz Reydt ein „reydt lehen, gelegen zu dem Nybolcz mit aller siner zugehozuge wasser weyde ecker wesen“. Eine letztmalige Erwähnung fand zu Beginn des 16. Jh. als Niblos statt, das dem heutigen Flurnamen Niebels ähnelt, bevor der Ort wüst wurde.

 

 

 

 

Wüstung Dankenrod / Burg Dankenrod

 

Einen etwas aus dem Rahmen fallenden Platz nimmt die Wüstung „Dankenrod“, erstmals genannt 1324, ein. Zwischen Blankenau und Schlechtenwegen hinab zum Fluß der Altefell in einer Talenge  unweit der mittelalterlichen Fernverbindungsstrasse, des Ortesweges, die Siedlung Dankenrod. Die Auswahl  des Ortes und das künstlich angelegte Podium lassen vermuten, das es sich um einen befestigten Hof handelte, darauf deuten auch Überlieferungen, die von einer Burg (Wasserburg) der Herren von Dankenrod sprechen. In der Tat macht diese Anlage den Eindruck einer wehrhaften Gründung. Dreißig Meter östlich des Hügels stand ein weiteres Gebäude, dabei dürfte es sich um eine Eisenschmelze oder Schmiede gehandelt haben, darauf deuten viele Eisenschlacken.

 

Im Jahre 1324 bestätigt Heinrich IV. Abt von Fulda dem Kloster Blankenau  die diesem von seinen Vorgängern gemachten Schenkungen in Richolffs, Rixfeld, Burkhards, Salzschlirf, Kirchstockhausen, Gersdorf, D a n k e n r o d, Borsa und Eichenau.

 

Um 1530 wird im Rechtsstreit des Klosters Blankenau gegen die Riedesel in Fuldischen Akten ausgesagt, dass Dankenrod damals Wüstung mit Grund und Boden Blankenau gehöre und von Hainzell aus bestellt wird, denn hier saßen ebenso wie einst in Dankenrod Blankenauer Untertanen. Sie hatten auf dem Ortesweg eine gute Anfahrtstrasse zu diesen entlegenen Feldern. Die Riedesel aber zogen die Wüstung auf ihr Gebiet und belehnten damit Bauern aus Schlechtenwegen und Stockhausen von wo  die Ländereien heute noch bewirtschaftet werden.