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Der Hexenturm in Fulda PDF Drucken E-Mail

Ein reicher und vornehmer Herr verschleuderte sein ganzes Hab und Gut bei großen Trinkgelagen, auf kostspieligen Reisen, durch teure Geschenke an Freunde und Freundinnen, sowie beim Karten- und Würfelspiel. Mit Lug und Trug verschaffte er sich aber wieder neues Geld. Einst verabredete er sich mit seinem gleichgesinnten Diener, den reichen Probst von Blankenau zu ermorden und zu berauben. Sie führten die unselige Tag aus. Den Raub schafften sie noch in derselben Nacht in den Fuldaer Hexenturm. Wegen der Geistererscheinungen wagte sich Niemand in seine Nähe. Nun ging es ans Teilen. Aber der Teufel legte seine Hand auf den Schatz und sie konnten sich nicht einigen. Sie zankten und stritten sich, als plötzlich unter Donner, Blitz und Schwefelgestank der Boden zu ihren Füßen auseinanderklaffte und sie mit Haut und Haaren unter schallenden Hohngelächter des Teufels in die Hölle sausten. Aber ihre Seelen fanden keine Ruhe. In der Walpurgisnacht, mit dem letzten Schlag der zwölften Stunde, kommt eine vermummte Gestalt und geht zum Turm. Das ist der Diener. Er geht zum Tor, klopft und murmelt unverständliche Worte dabei. Aber niemand öffnet. Drinnen jedoch, bei dem bläulichen Licht einer alten Lampe, sitzt sein Herr, zählt und klirrt mit dem Gelde. Und jedes Mal, wenn es drinnen klirrt, fährt er draußen zusammen, kratzt mit langen dürren Krallenfingern an der Tür, fährt an der Mauer rauf und runter, stöhnt jammervoll auf wie eine wütende Katze, wird länger, und plötzlich, mit einem grässlichen Schrei saust er am Turm hinauf, riesengroß. Und im selben Augenblick fährt dann mit einem gellenden Pfeifen sein Herr aus einem der Fenster. Und sie fauchen und geifern sich an mit glühenden Augen, sausen um den Turm herum, manchmal hoch zum nächtlichen Himmel hinauf, aber ihre Füße kleben am Turm, sie kommen nicht davon los. Mit den langen Knochenfingern hauen sie nach den Goldfüchsen, und jeder kratzt und scharrt, soviel er fassen kann, auf seine Seite. Aber noch ehe sie fertig sind, schlägt es vom nahen Domturm, und mit einem unheimlichen, tierischen Schrei fahren sie auseinander mit krampfhaft steif in die Luft gestreckten Armen und Händen, und es ist still und stumm wie vorher. Wer ihre schrecklichen Flüche und höllischen Schimpfworte von oben herunter hört, der blickt sich entsetzt um, schlägt voller Angst die Hände zusammen und rennt davon.
 



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