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Um die Hintergründe der Vereinsgründung im Jahre 1959 zu verstehen, muss man sich mit der Vorgeschichte unseres Dorfes einmal auseinandersetzen. Den meisten von uns ist ja bekannt, das Blankenau schon immer eine aufregende Vergangenheit hatte. Wenn wir uns an die knapp 800 jährige Geschichte unseres Dorfes erinnern, die mit Zerstörung der Burg Blankenwald begann,

der darauf folgenden Errichtung des Zisterzienserinnenklosters, deren Aufstieg, Niedergang und Zerstörung, sowie an die Blütezeit der Pröpste, die im Jahre 1614 mit dem Bau der heutigen Pfarrkirche und deren Gebäude um den Propsteiplatz anfing und im Jahre 1802 im Folge der Säkularisation endete. Im Jahre 1906 wurden die Ländereien der Domäne aufgeteilt und gingen an Stockhausen, Hainzell, Blankenau sowie an den Forstfiskus. Im Jahre 1907 begann die Flurbereinigung in der Gemarkung Blankenau, die von den Bürgern eine gewisse Selbstständigkeit abverlangte, da sie nun mit Ihrem frisch erworbenen Land ihren Lebensunterhalt erwirtschaften mussten. Nicht allen genügten die Ländereien um davon leben zu können, deshalb schaute man sich nach einem zusätzlichen Verdienst um, den fand man zur damaligen Zeit, leider nur fern der Heimat, z.B. im Ruhrgebiet. So zogen viele Männer Jahr für Jahr hinaus, um im Herbst in der Zeit der Kirchweih oder auch Kirmes genannt, mit Ihrem Wohlverdienten Geld Nachhause, zu Haus, Hof und zur Familie zurückzukehren. Nach dem 1. Weltkrieg nahm diese Arbeitssuche noch größere Ausmaße an, auf einmal sah man die Heimat mit einem ganz anderen Auge.

So schrieb der Gründer unseres Vereins Anton Weß, zu diesem Thema die Worte in denen sich diese Verbundenheit mit der Heimat widerspiegelte:

“Da lag das Tal, mit dem Fluss, umrahmt der Hügel, inmitten die Probsteikirche mit Ihrem hohen Turm, der Ihnen noch höher erschien wie sie Ihn in Erinnerung hatten, die Luft der Wälder genossen sie in vollen Zügen, als sie mit Tränen in den Augen Heimaterde betraten.“

Genau in diesen Männern kam diese Liebe und Sehnsucht zur Heimat auf. Ähnlich ging es auch den Heimkehrer beider Kriege, sowie der Kriegsgefangenen die nach teils jahrelanger Fremde das erste Mal wieder Heimaterde betraten. Unser Gesangverein Harmonie Blankenau pflanzte übrigens im Jahre 1947, zum Dank der glücklichen Heimkehr aus dem Krieg und der Gefangenschaft am Platz der Herrgottseiche, eine neue Eiche, die über 600 Jahre alte Eiche wurde im Jahre 1941 durch ein Unwetter zerstört.

In den Nachkriegsjahren wurde der Wunsch einer Gemeinschaft immer wieder wach, deren Ziel die Pflege der Heimat und Ihrer Geschichte sein sollte. Im Jahre 1958 wurden von den Herren Anton Weß, Alois Büttner und Leo Becker zwei Bänke gezimmert und am Hopperain sowie am roten Weg aufgestellt. Im Frühjahr des Jahres 1959 wurde von den Herren Anton Weß und Alois Büttner in Verbindung mit dem damaligen Blankenauer Bürgermeister Josef Dietz eine Bürgerversammlung einberufen, die von 27 Personen besucht wurde. Anton Weß sprach über Sinn und Zweck eines Heimatvereins, über die Schönheit und Geschichtsträchtigkeit unseres Dorfes und regte die Gründung der Heimatfreunde Blankenau an. Auch der damals anwesende Pfarrer Nüdling begrüßte den Vorschlag, bat seine Hilfe, gerade im Bezug der Geschichtsforschung, an und trat als erster dem Verein bei, dem weitere 10 Personen an diesem Abend folgten.

Die in den Gründungsarchiven eingetragenen waren Pfarrer Josef Nüdling, Alois Büttner, Anton Weß, Bürgermeister Josef Dietz, Rudi Lang, Leo Becker, Josef Schmitt, Herbert Weß, Wilhelm Appel, August Schmitt sowie Willi Kropp. Auch wählte man an diesem Abend einen Vorstand, der sich wie folgt zusammensetzte:

1. Vorsitzender Anton Weß

2. Vorsitzender Rudi Lang

Vorstandsmitglieder:

Pfarrer Nüdling, Bürgermeister Dietz, Fuhrunternehmer Leo Becker

Einen Kassierer sowie ein Schriftführer war an diesem Abend noch nicht zu finden, diese beiden Ämter sollten bis zur ersten Jahreshauptversammlung vom 1. Vorsitzenden mit übernommen werden.

Mit dem Schlusswort von Anton Weß „Pflege der Heimat in Liebe und Treue„ endete diese erste Versammlung.

Nach der ersten Generalversammlung im Jahre 1960 zählte der Verein bereits 47 Mitglieder. In den ersten Jahren nach Vereinsgründung, war man hauptsächlich damit beschäftigt Ruhebänke zu zimmern und an den schönsten Aussichtspunkten in und um Blankenau zu montieren. Das mittlerweile zur Tradition gewordene erklingen der Trompeten am Hopperain durch Jürgen von Keitz und Matthias Bickert wurde zu dieser Zeit durch die Mitglieder der Heimatfreunde Richard Roffeis, Rudi von Keitz und Erhard Sauer ins Leben gerufen, um das alte Volkslied zu erhalten. Auch beschäftigte man sich viel mit der Geschichte des Dorfes, die in hervorragender Weiße an einigen Abenden in Form von Vorträgen durch Pfarrer Nüdling erzählt und erörtert wurde. Als im Jahre 1963 unser Vereinsgründer Anton Weß verstarb, ruhte lange Zeit unser Vereinsleben.

Am 30.12.1970 fand nach langjähriger Pause wieder eine Hauptversammlung statt. An diesem Abend war man sich einig, dass man das Erbe unseres Gründers Anton Weß „Die Pflege der Heimat In Liebe und Treue“ fortführen müsse. Mit Alfred Münker als 1. Vorsitzenden, Herbert Weß als 2. Vorsitzenden und Karl Kress als Geschäftsführer wurde ein komplett neuer Vorstand gewählt. Man konnte im folgenden Sommer spüren, dass ein aktives Vereinsleben im Sinne des Gründers wieder im Gange war. Die zahlreichen freien Plätze im Dorf waren wieder mit Blumen geschmückt, die Ruhebänke waren erneuert.

Im Jahre 1973 als der Vorstand aus 1. Vorsitzenden Herbert Weß, 2. Vorsitzenden Willi Zitfeld, Kassierer Adolf Koch sowie Geschäftsführer Karl Kreß bestand, reifte der Plan unseren Dorfbrunnen zu erneuern um ihn in eine Sehenswürdigkeit umzuwandeln. Dies blieb auch sehr lange nur einen Plan, da bekannterweiße Behördenmühlen langsam mahlen, nun man konnte meinen, das diese eher standen. In diesen Jahren, Anfang der siebziger, als es wirtschaftlich stark aufwärts ging, plante man sehr viel. Es sollte z.B. einen Abenteuerspielplatz sowie einen Aussichtsturm an der Hainburg angelegt werden.

Im Jahre 1978 wurde der Dorfbrunnen unter der Bautechnischen Leitung von Anton Schwarz so angelegt wie wir ihn heute kennen und am 23. Juli in einer Feierstunde eingeweiht. In den darauf folgenden Jahren bildete sich im Verein eine Gruppe von ca. 15 Personen in der jeder seine Aufgabe hatte und ganz selbstverständlich seine Arbeit für den Verein und des Wohles aller durchführte. Sei es beim Rasenmähen, oder bei der Pflege des Brunnen und der über 20 Ruhebänke des Vereins.

Im Jahre 1985 wurde unter der Leitung des damaligen 2. Vorsitzenden Reinhold Reuß, auch als Obermuseumsdirektor bekannt, ein Heimatmuseum im Anbau der Kirche errichtet, indem Gegenstände des täglichen Lebens und Arbeitens aus alter Zeit, genauso wie kirchliche Ausstellungsstücke zu sehen waren.

Da man in den letzten Jahren in Gestaltung und Pflege unserer Umgebung sehr aktiv war, sammelte sich natürlich auch viel Werkzeug an. Um diesem Werkzeug einen Platz zu geben, baute man im Jahre 1987 unter der Leitung von Werner Appel eine Gerätehalle im Neuen Garten, die im September des gleichen Jahres eingeweiht wurde.

Im Jahre 1988, als sich immer mehr Ausstellungsstücke im Heimatmuseum ansammelten und es an Platz mangelte, beschloss man ein neues Heimatmuseum im ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Propstei zu bauen.

Reinhold Reuß, der sein ganzes Engagement in dieses Projekt steckte, sowie Werner Appel, der für die bautechnische Seite des Projekts zuständig war, und Emil Brähler als 1. Vorsitzender trieben die Arbeiten voran, so dass man am 17.08.91 nach fast 1000 Arbeitsstunden dies für uns Blankenauer Kulturjuwel einweihen konnte.

Anfang 2000 beschloss man das Heimatmuseum zu erweitern, indem man das Dachgeschoß ausbaute und damit die Ausstellungsfläche nahezu verdoppelte. Die Einweihung fand im September 2004 statt.

Auch in Sachen Heimatliteratur haben die Heimatfreunde im wahrsten Sinne des Wortes „Bücher geschrieben“. Im Jahre 1986 erschien das in Leineneinband gebundene 204seitige Werk „Blankenau in Wort und Bild“ das mit zahlreichen erläuterten Fotos, sowie der Chronik des ehemaligen Lehrers Alois Gunkel beinhaltet war, der von 1919 bis 1947 in Blankenau tätig war.

Vor 10 Jahren, pünktlich zum 40 jährigen Bestehen des Vereins veröffentlichte man einen zweiten Band "Geschichte und Geschichten", der vor allem die geschichtlichen Abhandlungen, die uns die Entwicklung der Region und des Dorfes Blankenau verdeutlichen sollte. Diese Entwicklung wurde seit der Gründung des Klosters 1265 jahrhundertelang von diesem selbst und von den nachfolgenden kirchlichen Einrichtungen geprägt. So ist es vor allem dieser kirchlich dominanten Vergangenheit zu verdanken, dass zum einen eine Menge historische Zeugnisse vorhanden sind und zum anderen zahlreiche Untersuchungen über Blankenau erschienen sind.

Aus dieser Vielzahl bereits veröffentlichten Geschichte wurde für das 2. Buch eine sinnvolle Auswahl getroffen. An dieser Stelle muss einmal ganz klar gesagt werden, dass ohne Willi Möller, der über Jahrzehnte jedes gedruckte Wort über Blankenau zusammen getragen hat, sowie Reinhold Reuß, der die Vorfinanzierung des Buches durch Sponsoren sicherte, diese zwei Bücher nicht entstanden wären. Auch muss man an dieser Stelle erwähnen, dass der ehemalige Hainzeller Karl Honikel mit Ihnen zusammen seine historischen Kenntnisse und redaktionellen Erfahrungen in die Gestaltung des 2. Buches mit eingebracht hat. Nicht vergessen darf man auch Christian Aschenbrenner von dem neuere Forschungsergebnisse zur Geschichte der Burg Blankenwald und der Hainburg vorgestellt wurden.

Da uns alles was Heimatgeschichte, Kultur, Mundart und Brauchtum am Herzen liegt wurde von uns Heimatfreunden vor einigen Jahren der Blankenauer Heimatabend ins Leben gerufen. Dieser findet jedes Jahr in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester statt und geht mittlerweile in die 7. Runde. Mit Fackeln ausgerüstet suchen wir mit unseren kleinen in den letzten Jahren im Dezember den Nikolaus, der sich natürlich auch etwas Zeit für uns nimmt und einen schönen Abend bei Lagerfeuer, Gesang, Bratwürsten sowie warme Getränke verlebt. In 2009 zum 50jährigen Jubiläum zählt der Verein ca. 100 Mitglieder.

Der Vorstand besteht aus:

1. Vorsitzenden Martin Schmitt, der seit März 2003 dieses Amt begleitet.

2. Vorsitzenden Lutz Fehringer, der seit 2007 die Geschicke des Vereins mitführt und außerdem der Ansprechpartner, für alles was die Ruhebänke betrifft, ist.

Kassierer Arnold Kress, der seit diesem Jahr die Finanzen des Vereins verwaltet, ist für Aloisius Faulstich in den Vorstand nachgerückt, der diese Tätigkeit 10 Jahre in ausgezeichneter Weise ausführte.

Schriftführer Thomas von Keitz, der seit März 1989 dem Verein zur Verfügung steht und für alles zuständig ist was Protokolle, Vereinschronik, Presse, Werbung und den alljährigen Heimatabend betrifft.

Unterstützend wurden in diesem Jahr Andreas Appel und Peter Dimmerling in den erweiterten Vorstand gewählt.

 



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